Interview

Katrin Volery über ihre Rolle als CHRO

Zum 01.03.2021 wird Katrin Volery Chief Human Resorces Manager und damit Mitglied des Board of Management bei Meraxis. Über ihre neue Rolle und die Herausforderungen und Chancen der HR in Kultur- und Transformationsprozessen.

01. März 2021

Katrin, du hast einen beeindruckenden Werdegang hinter dir. Du hast in verschiedenen Positionen internationaler Unternehmen HR-Erfahrung gesammelt. Solenis, Syngenta Tamedia und Mercuria Trading sind nur einige davon. Mit 53 Jahren bist du nun quasi zu deinen Wurzeln ins beschauliche Bern zurückgekehrt – und nach gerade mal 5 Monaten bei Meraxis ins Board of Management berufen worden - ein beeindruckender Werdegang. Was bedeutet dieser Schritt für dich persönlich?

Katrin Volery: Ich freue mich, dass die Funktion der HR aber auch meine Rolle als solches diese Anerkennung gefunden hat. Meraxis betont mit diesem Schritt die Bedeutung der Funktion und gibt der Rolle des Chief Human Resources Officers Gewicht. Persönlich freue ich mich natürlich auch sehr über diese Entscheidung. Nach gerade mal 5 Monaten in so eine gewichtige Funktion berufen zu werden hat mich selbst überrascht. Gleichzeitig freue ich mich auf das, was kommt.

Meraxis ist noch immer ein junges Unternehmen. Auch wenn die Ausrichtung bereits sehr klar ist, sind vor allem intern einige Dinge noch im Werden. So ist zum Beispiel unser Kulturentwicklungsprozess noch lange nicht abgeschlossen. Wo siehst du in den kommenden Jahren deine Schwerpunkte in der HR-Arbeit bei Meraxis?

Katrin Volery: It takes ages to build up a culture. Kultur muss vorgelebt und gelebt werden. Top Down und Bottom Up. Das Thema wird von HR aus gesteuert. Wir arbeiten eng mit der internen Kommunikation zusammen, können dies aber nicht alleine zum Fliegen bringen. Kultur muss von allen Abteilungen mitgetragen werden. «One Meraxis», so der Titel unseres Kulturprogramms, oder Diversity & Inklusion, sind nur ein Teil der Themen, die uns beschäftigen und einen Einfluss auf die Kultur bei Meraxis haben. All das wird Teil meiner Arbeit sein, zusätzlich zur «klassischen» HR. Glücklicherweise kann ich auf ein eingespieltes Team bauen. Das stimmt mich positiv.

Die Schweiz hat Anfang Februar 50 Jahre Frauenwahlrecht gefeiert. Für die einen ein Triumph, für die anderen ein spätes Zugeständnis an den Zeitgeist. Aktuell wird weltweit über Frauenquoten in Vorständen diskutiert. Wie stehst du dazu?

Katrin Volery: Ich bin ein Befürworter von Equal Pay, d.h. gleichem Lohn für gleiche Arbeit. Wenn es um Frauenquoten geht und damit ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in Vorständen, so sind wir als Gesellschaft meines Erachtens noch meilenweit davon entfernt. Für mich steht Diversity & Inclusion im Vordergrund. Und das sind keine Themen, die sich nur um Frauen drehen. Mein Motto lautet “Might the best candidate get the job!”.

Megatrends wie die Digitalisierung, das zunehmende Klima- und Umweltbewusstsein, aber auch die Auswirkungen der Pandemie stellen viele Unternehmen vor immense Herausforderungen. Auch Meraxis ist davor nicht gefeit. Welche Rolle nimmt die HR dabei aus deiner Sicht ein?

Katrin Volery: Wir als HR sind z.B. Teil des Pandemie Teams, das hier seit Anfang letzten Jahres die Koordination aller Themen rund um Corona übernimmt. Dazu gehört, neben der Sicherstellung der Lieferfähigkeit, auch die Sicherstellung der Gesundheit aller Mitarbeitenden. Als Firma stehen wir vor der Herausforderung, dass wir «business as usual» machen und uns ganz klar an Regeln und Vorschriften halten müssen, diese aber auch mit der nötigen Umsicht einsetzen. Das führt für uns unweigerlich zu der Frage, wie unsere Arbeitswelt mit und nach Corona aussehen wird. Zum Beispiel haben wir auf Grund der positiven Erfahrungen im letzten Jahr für alle Mitarbeitenden in der Schweiz die Möglichkeit geschaffen auf künftig von zu Hause zu arbeiten. 

Aber auch andere Themen stellen uns und unsere Gesellschaft vor Veränderungen. Durch Covid scheint sich auch die Natur ein wenig zu erholen. Die Klimakrise war in den vergangenen Jahren das Top-Thema und wir als Arbeitgeber müssen uns in Sachen Nachhaltigkeit klar positionieren, wenn wir auch künftig Talente anlocken möchten. Die Gen Z hat andere Ansprüche als ihre Vorgänger, fragt offen nach, kritisiert und fordert ein. Wir müssen uns als Organisation darauf vorbereiten und uns fragen, was uns zu einem guten Arbeitgeber macht. Dazu gehört eine klare Positionierung in Nachhaltigkeitsfragen aber auch Diversität, Entfaltungsmöglichkeiten anstatt starrer Strukturen und eine offene Kultur.

Wenn du an die Anfänge deiner beruflichen Laufbahn zurückdenkst, was würdest du aus heutiger Sicht deinem 25-jährigem Ich mit auf den Weg geben?

Katrin Volery: Sei ein bisschen gelassener und geduldiger. But you will go your way.

Danke, Katrin!

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